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Aus der Geschichte des einstigen Kreisfeuerwehrverbandes Torgau

Im Jahr 1910 regte der ordentliche Branddirektor Richter von der freiwilligen Turnerfeuerwehr Torgau die Bildung eines Kreisfeuerwehrverbandes an.
Am 14. September 1913 wurde die Satzung beschlossen und am 05. Oktober 1913 vom Ausschluss des Feuerwehrverbandes des Regierungsbezirkes Merseburg bestätigt. Den Vorsitz übernahm der neu ernannte Kreisbrandmeister Wagner von Torgau. Er war der erste Kreisbrandmeister der Feuerwehren des Kreises. Ziel des Verbandes war die Einführung verbesserter Löschgeräte, einheitlicher Ausbildungs- und Übungsordnungen, sowie eine einheitliche Vertretung der Feuerwehren den Kreis- und anderen Behörden gegenüber. 7 Mitglieder zählte infolge die Leitung des Verbandes. Sie wurde jeweils für 3 Jahre gewählt. Einmal jährlich hatten sie eine Generalversammlung der Delegierten aller Feuerwehren des Kreises einzuberufen. Die erste Generalversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes fand 1914 in Torgau statt. Gleichzeitig beging die Turnerfeuerwehr der Stadt Torgau ihr 50-jähriges Bestehen. 1920 gehörten 22 freiwillige und 70 Pflichtfeuerwehren mit rund 1300 Mitgliedern dem Verband an. Am Ort der Versammlung musste die Ortsfeuerwehr eine exakte Übung durchführen. Der Vorsitzende war gleichzeitig Repräsentant der Feuerwehren des Kreises. Dieser Vorstand führte erfolgreich die Wehren in den folgenden Jahren, bis er zu Beginn des 2 Weltkrieges verboten wurde. 1939 wurden alle Verbände durch die NSDAP aufgelöst.
Nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten wurde im Landkreis Torgau am 27. Oktober 1990 der Kreisfeuerwehrverband Torgau e. V. in der Gemeinde Süptitz neu gegründet. Dieser ist mit seinen Kameradinnen und Kameraden in den Freiwilligen Feuerwehren und den Jungen und Mädchen in den Jugendfeuerwehren ein fester Bestandteil des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen e.V. Durch die Zusammenlegung im Jahre 1994 wurde auch in unserer Region der Landkreis Torgau - Oschatz aus den Kreisen Torgau (4 Städte, 16 Gemeinden) und Oschatz (3 Städte, 10 Gemeinden) sowie 6 Gemeinden des Kreises Eilenburg gebildet. So kam es, dass in dem neuen Landkreis zwei Kreisfeuerwehrverbände (Torgau und Oschatz) existieren.
1996 fand eine Neuwahl für den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes im Dommitzscher  Feuerwehrhaus statt, wo Hartmut Willems gewählt wurde.
 
Es erfolgen Auszeichnungen für 50 und 60 Jahre treue Dienste in den verschiedenen Feuerwehren. Diese Ehrungen schlagen die jeweiligen Wehren und die Gemeinden vor. Auf Vorschlag vom Wehrleiter werden Förderer und Partner der Freiwilligen Feuerwehr ebenfalls ausgezeichnet, dies geschieht in der Jahreshauptversammlung der einzelnen Gemeinden.
Tage der offenen Tür der Ortsfeuerwehren können individuell gestaltet werden.

Der Landkreis Torgau blieb vor Bränden nicht verschont. In den vergangenen Jahren gab es nicht nur Wohnungsbrände, sondern auch Wald- und Feldbrände in einem großem Ausmaß.
 
In unserer Region steigen auch die Unfallzahlen und leider auch in vielen Fällen die Zahl der Toten- meist Jugendliche. Fast täglich rücken die Kameradinnen und Kameraden aus, um Leben zu retten oder versuchen schlimmeres zu vermeiden.
Der wohl größte Einsatz seit den letzten Jahren im Landkreis Torgau - Oschatz war jedoch das Jahrhunderthochwasser im August 2002. Alle 52 Wehren des Verbandes waren draußen an den verschiedenen Einsatzorten - insgesamt 1630 Kameradinnen und Kameraden. Mitunter hatten unsere Leute von 24 Stunden gerade mal 4 Stunden Ruhe. Hinzu kommt, dass mehr als 300 Kameraden der Altersabteilungen und 320 Mitglieder der Jugendfeuerwehren beim Sandsäckefüllen mitgemacht haben. Die Wehren des Altkreises Torgau waren jedoch nicht nur im Kreis Torgau im Einsatz, sondern halfen auch in der Muldentalregion z.B. in Döbeln, Leisnig oder Grimma.

Die begehrteste Sportart der Kameraden und Kameradinnen ist das Haken - Leitersteigen.
Der Aufstieg mit der Hakenleiter ist nur eine Disziplin aus dem Feuerwehrsport. Was für Zuschauer äußerst waghalsig aussieht, hat für die sportlichen Feuerwehrleute neben dem Kräftemessen natürlich einen tieferen Sinn. Eine Altersbegrenzung gibt es bei dem Wettbewerb nicht. Sie wird auch ausschließlich zu Wettbewerbszwecken angewendet. Der Süptitzer Steiger - Turm ist der wettkampfmäßige Nachbau einer dreigeschossigen Hauswand
Im Kreisfeuerwehrverband Torgau gibt es allerdings nur die Freiwillige Feuerwehr Taura, die das Hakenleitersteigen beherrscht. Die Kameraden und Kameradinnen sind schon an verschieden Wettkämpfen bis hin auf Bundesebene und weiter (z.B. in Minsk) erfolgreich gestartet.

Aus der Geschichte des einstigen Kreisfeuerwehrverbandes Oschatz

Der Vorläufer des Kreisfeuerwehrverbandes Oschatz e.V. war der am 13. November 1881 gegründete Bezirksfeuerwehrverband der Amtshauptmannschaft Grimma-Oschatz. Aufgrund der geringen Anzahl von Feuerwehren in den Kreisen Grimma und Oschatz war es nicht möglich, für beide Kreise einen separaten Feuerwehrverband zu gründen. Deshalb entschloss man sich, aus beiden Kreisen einen gemeinsamen Verband zu bilden. Die Gründungsfeier fand in Wurzen statt.
 
Von der Oschatzer Seite gehörten die Feuerwehren Lampersdorf, Mügeln, Limbach, Oschatz und Zaußwitz dazu. Der neu entstandene Verband setzte sich für die Ausbildung der Feuerwehrleute ein und unterstützte die Feuerwehren.
 
Der erste Vorsitzende war Herr Hauptmann Hoffmann aus Wurzen. In den folgenden Jahren änderten sich die Anzahl der Feuerwehren und damit auch der Mitgliederzahlen.
 
Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 änderte sich auch die Bedeutung des Bezirksfeuerwehrverbandes der Amtshauptmannschaft Grimma-Oschatz. Nachdem die Nationalsozialisten die Feuerwehrverbände benutzt hatten, um die reichseinheitlichen Strukturen aufzubauen, lösten sie die Verbände einfach auf. Im § 6 des Reichsfeuerlöschgesetzes hieß es dazu:
„Die von den Freiwilligen Feuerwehren gebildeten Vereine und Verbände werden aufgelöst. Der Reichsminister des Innern bestimmt den Zeitpunkt der Auflösung und regelt die Rechtsnachfolge.“
 
Im 2. Weltkrieg verloren viele ehemalige Feuerwehrmänner ihr Leben. Viele Feuerwehren waren nicht mehr einsatzbereit, da es an Personal und Technik fehlte. Nach dem Krieg war der Neubeginn für die Feuerwehren sehr schwer. Mit alter, aufgearbeiteter Technik und ehemaligen Feuerwehrangehörigen wurde versucht, das Feuerlöschwesen wieder aufzubauen.
 
In den Ländern der Bundesrepublik Deutschland bildeten sich um das Jahr 1951 die Kreis- und Landesverbände wieder und 1952 entstand der Feuerwehrverband neu.
 
Dagegen kam es in den Ländern der DDR nicht zu einer Wiederbelebung der Feuerwehrverbände. Bis zur Auflösung der Länder im Zug der Verwaltungsreform im Jahr 1952 lag der Brandschutz in der Zuständigkeit der Länder und Kommunen. Es entstanden Landes- und Stadtbrandschutzämter. Mit der Bildung der Bezirke ging der Weg zu einer einheitlichen Struktur des Brandschutzes in der gesamten DDR. Das bedeutet eine einheitliche Gesetzgebung und insgesamt staatliche Dienstaufsicht.
 
Mit der Wende im Jahr 1989 entstand auch der Gedanke zur Wiederbelebung des Verbandswesens in den Freiwilligen Feuerwehren. Im Kreis Oschatz wurde die Bildung durch den Leiter der Abteilung Feuerwehr Kamerad Heinz Noll angeregt. Unterstützung bei seinen Überlegungen erhielt er durch den Hauptbrandinspektor Gottfried Birnbaum von der Freiwilligen Feuerwehr Grauschwitz.
 
Am 27. Juni 1990 war es dann so weit. Es wurde der Kreisfeuerwehrverband Oschatz e.V. gegründet. Zu dieser Zeit bestanden im Kreis Oschatz 50 örtliche und 10 betriebliche Feuerwehren mit etwa 2000 Kameraden. Von diesen 60 Feuerwehren waren 47 Delegierte zur Beschlussfassung zur Verbandsbildung anwesend. Bei einer Gegenstimme und 2 Stimmenthaltungen votierten 44 Delegierte für die Verbandsbildung.
 
Dem Kreisfeuerwehrverband Oschatz e.V. gehören alle Freiwilligen Feuerwehren des Altkreises Oschatz an, d.h. er besteht aus acht Gemeindefeuerwehren. Diese gliedern sich in 56 Feuerwehren mit 1797 Kameradinnen und Kameraden und 15 Jugendfeuerwehren mit 174 Mitgliedern. Die Gliederung der einzelnen Gemeindefeuerwehren richtet sich nach dem Gemeindegebiet. Dies hat den Vorteil, dass der Gemeindewehrleiter einen Bürgermeister als direkten Ansprechpartner für die Belange der Feuerwehr hat.
 
Die Gemeindfeuerwehren sind Cavertitz, Dahlen, Liebschützberg, Mügeln, Naundorf, Oschatz, Sornzig-Ablaß und Wermsdorf. Deren Gemeinde- und Stadtwehrleiter sowie die Fachgruppenleiter Historik und Wettkämpfe, die Mitglieder des Vorstandes des KFV Oschatz e.V. sowie ein Vertreter der Bürgermeister gehören zum Feuerwehrausschuss des Kreisfeuerwehrverbandes Oschatz e.V. Der Kreisfeuerwehrverband Oschatz e.V. ist einer der Gründungsmitglieder des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen e.V.
 
Der jetzige Vorstand besteht seit dem Dezember 1998. Zur Kreisdelegiertenversammlung in Dahlen wurden der Oberbrandinspektor Karsten Saack zum Vorsitzenden, der Oberbrandinspektor Frank Reichel zum Stellvertreter, Hauptbrandinspektor Heinz Noll zum Geschäftsführer, Brandinspektor Gerald Keller zum Kassenwart und Brandmeister Dagmar Markgraf zum Kreisjugendwart gewählt. Außerdem bekamen Oberbrandmeister Wolfgang Müller und Brandinspektor Horst Straube die Stimmen für die Revisionskommission. Als Verantwortlicher für die Pressearbeit wurde Löschmeister Olaf Schmidt gewählt. Am 7. Dezember 2002 wurden diese Kameraden zur Delegiertenversammlung des KFV Oschatz e.V. in Dahlen für weitere vier Jahre bestätigt.
 
Zu den Aufgaben des KFV gehören u.a. die Entwicklung des Feuerwehrwesens im Verbandsbereich und die Vertretung der Interessen seiner Mitglieder. Des Weiteren setzt er sich für eine einheitliche Ausbildung der Kameraden sowie eine Standardisierung der Ausrüstung ein. Er fördert die Bildung von Jugendfeuerwehren zur Sicherung den Nachwuchses der Feuerwehren.
 
Er setzt sich für die Traditionspflege und das Traditionsbewusstsein und die Anerkennung der Leistungen der Feuerwehrmitglieder ein. So wurde im Jahr 2000 das Verdienstkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes Oschatz e.V. eingeführt, um verdienstvolle Kameradinnen und Kameraden zu ehren.
 
Der KFV Oschatz e.V. unterstützt die Arbeitsgemeinschaft Feuerwehrhistorik in Schmannewitz bei der Unterhaltung einer Fahrzeughalle für die Alttechnik, diese Ausstellung kann nach Terminabsprache besucht werden.
 
Einen Höhepunkt in der Verbandsarbeit stellte der 2. Landesfeuerwehrtag dar, welcher 1998 in Schmannewitz durchgeführt wurde. Aber auch andere kulturelle und sportliche Veranstaltungen finden unter der Federführung des KFV statt. Diese werden bei den Feuerwehren durchgeführt, welche ein besonderes Jubiläum begehen. Ein Beispiel dafür war der 1. Pokallauf Löschangriff des Kreisfeuerwehrverbandes Oschatz e.V. am 08.05.2004 in Großböhla.

Der heutige Kreisfeuerwehrverband Torgau-Oschatz

Im März des Jahres 2006 fusionierten beide Kreisfeuerwehrverbände Torgau und Oschatz zum gemeinsamen Kreisfeuerwehrverband Torgau-Oschatz. Verbandsvorsitzender wurde Kamerad Karsten Saack von der FF Oschatz. Der KFV Torgau-Oschatz umfasste zum Zeitpunkt der Verschmelzung 106 Feuerwehren mit insgesamt 3878 Kameradinnen und Kameraden sowie 48 Jugendfeuerwehren mit 532 Jugendlichen. Damit wurde der größte Kreisfeuerwehrverband des damaligen Regierungspräsidiums Leipzig gebildet.
Zur Delegiertenversammlung am 19.04.2008 im Thomas-Müntzer-Haus Oschatz wurde Kamerad Frank Reichel von der FF Lampersdorf zum neuen Vorsitzenden, als Stellvertreter für den Bereich Torgau Kamerad Frank Dörschmann und für den Bereich Oschatz Kamerad Klaus-Günter Terpe gewählt.Brandinspektor Gerald Keller wurde zum Kassenverwart und Jens Graul zum Kreisjugendwart gewählt. Eine Fusion mit dem Kreisfeuerwehrverband Delitzsch ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorgesehen. Jedoch verbindet beide Verbände eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit. Im kommenden Jahr 2010 ist ein erster gemeinsamer Kreisverbandstag der Feuerwehren des Landkreises Nordsachsen in Dommitzsch vorgesehen.